Indiana Dex und der heilige Fresstempel

Indiana Dex und der heilige Fresstempel

Während meiner vielen Abenteuer stieß ich auf Hinweise zu etwas, dass die Grundfesten Calleforniens erschüttern würde. Nur langsam setzten sich die Puzzlestücke heraus und während meiner Forschung um diesen Ort hörte ich in meinem Kopf schon Loblieder über mich, mit den Trompeten der Diätapologeten als zweite Geige. Und schlussendlich fügte sich das letzte Puzzleteil an seinen Ort. Ein Fressenbrett, so könnte man meinen, sprach‘ seine persönliche Einladung aus.

Uralte Prophezeiungen, so konnte ich entziffern, kündeten von einem Fresstempel, der jeglichen bekannten Hochgenüssen das Fett grün werden ließe. Doch sie warnten auch vor einem Fluch, offenbar so grausam und unverzeihlich, dass sie keine weiteren Details verrieten.

Doch um euch nicht weiter auf die Folter zu spannen, nehme ich wieder einmal meine Smartphone-Peitsche und setze mit einem verschmitzten Lächeln meinen Unsichtbaren Hut auf. Schon als ich meine Reise antrete, verdunkelt sich der Himmel. Ich schaue ob der ungewohnt schnellen Wetterwandlung, ob ich die Exkursion nicht auf einen anderen Tag verlege, doch, so scheint mir, ist heute der perfekte Tag. Ich glaube, so etwas nennt man Bauchgefühl.

Schon oft sind meine Reisen doch nur zu Sackgassen gewesen, doch indes – mache ich meine Abenteuer nicht des Weges wegen? Und gerade die Wege, die einem suggerieren, man sei hier falsch, sind doch oft die Richtigen! Vorbei an Schildern, die versprechen, mich Sexy zu machen, ein, beiläufig bemerkt, hoffnungsloses Unterfangen. Wenn diese „Fitnesstrainer“, wie sich der moderne Automasochistenförderer nennt, wüssten, wohin ich unterwegs bin, denen würde grade eine spontane Bulimie wachsen.

Die Hinweise verdichteten sich langsam auf einen Fundort in einem Alten Groden. Dort war ich schon öfter, auch zu einigen Grabungen, doch bis auf Tonscherben und gigantische Hamburger hatte ich bis jetzt noch nicht viel entdeckt.

Angetrieben von Wissensdurst und –hunger (harharhar) machte ich mich also auf den Weg. Vorbei an ungestümen Blechlawinen, an verzweifelnden Kindergartengruppensherpas bei der Ersteigung des kollektiven Mount Dezibel bis in die stark begrünte Gegend des alten Grodens.

Und in der Tat – Starker Essensgeruch lockte mich schon fast bis an die nicht so ganz symbolische Tür. Stark verblichen und schwer zu lesen entdecke ich in antiken lateinischen Lettern meinen auch nicht so ganz geheimen Namen. Was war hier los? Woher kommt mein Nachname in solch eine antike Stätte? Welche uralten Kräfte waren hier am Werk? Und was haben die Illuminati damit zu tun? Doch bevor ich meinen Alten Freund Aiman Abdallah anrufen kann, beginnt die Tür eine eintönige Melodie zu summen und öffnet sich. Eine fast schon für Adipositaskranke unendlich scheinende Treppe. Aber durch meine Übung des Dachgeschoss-Fu wird auch dieses Hindernis bewältigt. am Ende der Treppe empfängt mich ein Alter Mann, der mir seltsam bekannt vorkommt.

Sollte ich gar durch die Zeit gereist sein? Ich betrete den Tempel, und sofort steigt mir der Geruch von Speisen in die Nase, die jedem Fast-Food-Filetierer chronisch vor Neid die Farben eines kompletten Spektrums durch das Gesicht schießen lassen würden und ich muss euch sagen: Kartoffelklöße mit Hase, Blumenkohl, Sauce Hollandaise und eine würziger Geneversauße zu den Klößen… der Mann kann, der zufällig auch noch mein Vater ist, der kann echt gut Kochen – N guten Appetit! *rüüülps*

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